Atmung und Stimme

Stimmstörungen bei Erwachsenen können sich ebenso wie kindliche Stimmstörungen unter anderem durch eine länger bestehende Heiserkeit (ohne akuten Infekt), einer eingeschränkten Belastbarkeit der Stimme, Schmerzen beim Sprechen und/oder Singen, einem Fremdkörpergefühl im Kehlkopf, einem unkontrolliertem Kippen der Stimme, Stimmanstrengung, Räusperzwang und einer auffälligen Sprechatmung zeigen. Sie können aufgrund von funktionellen Ursachen (zB Fehlbelastung oder hohe Stimmbelastung), organischen Ursachen (zB Stimmbandlähmungen infolge von Operationen, hormonelle oder neurologische Ursachen) oder psychogen bei seelischem Stress auftauchen.

Wann ist eine Therapie sinnvoll?

Eine Stimmtherapie ist sinnvoll, wenn die Stimmproblematik über einen längeren Zeitraum (2-3 Wochen) anhält. Eine HNO-Abklärung ist in diesem Fall erforderlich.

 

Näseln

Das Näseln ist eine besondere Störung der Stimm- und Sprechfunktion. Es äußert sich darin, dass der Stimmklang nasal (verschnupft) klingt. Grund dafür ist, dass der Luftstrom nicht richtig gelenkt werden kann. Man unterscheidet zwischen dem offenen Näseln und dem geschlossenem Näseln. Das offene Näseln ist durch eine übermäßige Nasenresonanz gekennzeichnet. Beim Sprechen entweicht zu viel Luft durch die Nase anstatt durch den Mund, da das Gaumensegel den Mund- vom Nasenraum nicht vollständig abschließt. Dadurch werden alle oralen Laute (auffällig sind die Vokale, besonders I und U) mit nasalem Stimmklang gesprochen. Das geschlossene Näseln zeigt sich in einer zu geringen Nasenresonanz. Beim Sprechen entweicht die Luft nicht durch die Nase, sondern durch den Mund. Dies äußert sich vor allem in einem dumpfen, verschnupften Stimmklang bei den nasalen Lauten M, N und NG.

Gründe für das Näseln können neurologische Faktoren, organische Faktoren (zB bei Lippen-Kiefer-Gaumen-Segel-Fehlbildungen) oder funktionelle Faktoren (zB Gaumensegelschwäche) sein.

Wann ist eine Therapie sinnvoll?

Eine logopädische Therapie sollte so früh wie möglich beginnen. Auch in diesem Bereich ist eine HNO-ärztliche Untersuchung anzuraten.

 

Stimmtherapie bei Transidenten

Die Stimmtherapie bei Transidenten ist in der logopädischen Stimmthearpie eine Seltenheit. Während des transidenten Prozesses kann es aufgrund männlicher oder weiblicher Elemente zu Stimmproblemen kommen – vor allem dann, wenn versucht wird, die Stimme mit ihren anatomischen Gegebenheiten auf „die andere Seite“ zu zwingen. Oftmals tauchen auch nach Operationen in diesem Bereich Stimmprobleme auf, die einer logopädischen Begleitung bedürfen.

Wann ist eine Therapie sinnvoll?

Eine Therapie ist vor allem dann sinnvoll, wenn im Wandel von dem einen körperlich angeborenen Geschlecht zum anderen empfundenen Geschlecht die „neue“ Stimme erarbeitet werden soll, damit es zu keinen Stimmproblemen kommt oder bereits eine Stimmproblematik besteht.